Sonntag, 18. Mai 2014

Alles fängt irgendwann an

... wann es genau bei mir anfing, kann ich gar nicht sagen, denn es war ein schleichender Prozess. Ich versuche, so kurz wie möglich, zu schildern, wie es zu meiner Krankheit kam. Ich hatte viele Jahre Stress, nicht zuletzt deshalb, weil ich mir einfach einen falschen Mann ausgesucht habe. Mit der Trennung von diesem Mann war aber noch lange nicht alles vorbei. Das Ganze hatte für mich und meine Töchter weitreichende Folgen, was eben diesen Stress verursacht hat.  Lange Rede, kurzer Sinn: Es war kein Spaziergang! Irgendwann blieb meine Menstruation aus, kurze Zeit später kam psychosomatisches Asthma dazu. Ich hätte meinen Stress schon an diesem Punkt reduzieren müssen, aber da es mit meiner familiären Situation zusammenhing, war das nicht machbar, denn ich wollte meine Kinder unter KEINEN Umständen aus dem Haus geben! Ich habe irgendwann nichts mehr auf die Reihe bekommen, war psychisch, emotional und körperlich am Ende Diagnose: Burn-out und DepressionDas war dann der Punkt an dem mir klar war, dass die Mädels nicht bleiben können. Das war sehr dramatisch und ist manchmal heute noch schwer, aber ich habe die Überzeugung, dass man viele Dinge, die im Leben passieren, einfach annehmen und einen Weg finden muss, damit so gut wie möglich zu leben. Über die Jahre hat sich dann herausgestellt, dass die Depression chronisch ist. Die genaue Bezeichnung lautet anders, aber so kann sich wohl jeder eine gewisse Vorstellung machen, was gemeint ist. 

Es hat lange gedauert, bis ich die Krankheit akzeptieren konnte. Ich dachte immer: "Das MUSS doch irgendwann mal WEGGEHEN!!! Tut's doch bei anderen auch!" Aber ich bin ich und bei mir geht's eben nicht "richtig" weg. Mir geht's einfach mal besser mal schlechter, aber zum Glück ging es mir bis jetzt nie wieder so schlecht, wie am Anfang. Inzwischen kann ich, jedenfalls meistens, ganz gut damit umgehen. Es gibt natürlich schwere Phasen, in denen ich damit hadere, denn ich wäre auch gern "normal", weil ich in vielen Dingen so gar nicht mehr der Norm entspreche! Ich kann dadurch oft gewisse Erwartungen nicht erfüllen, will mich aber auch nicht jedem gegenüber erklären. Mein Bruder und auch meine Mutter haben  trotz viel(er) Erklärung(sversuche) bis heute noch nicht kapiert, was diese Krankheit für mich bedeutet und dass ich nicht faul bin und mich auch nicht auf meiner Krankheit "ausruhe". Aber wie sagt der Bayer: "Passt schon!"



1 Kommentare:

stines zuhause hat gesagt…

Ich habe gerade mal bei dir ein wenig quergelesen und bin erstaunt wie offen du damit umgehst. Ich glaube ich müsste dir mal eine Mail dazu schreiben, denn ich will hier nicht weiter dazu eingehen.
LG von Stine

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